Wie ich die Lust am Laufen entdeckte

von Oliver Bock


“Irgendwann laufe ich auch mal einen Marathon”. Dieses Hirngespinst habe ich immer dann, wenn ich meine Freundin Judith, eine passionierte Läuferin, zu ihren Wettbewerben begleitete. Aber irgendwie empfand ich Laufen immer als langweilig. Kein Ball, dem ich hinterherjagen konnte, keine Tore die zu erzielen waren, was soll daran toll sein.

Das Alles änderte sich mit einer Einladung von Saucony zu einem Event nach Stockholm im Mai letzten Jahres. Es ging darum, die Kampagne #RunYourWorld, die ich schon auf Instagram für Saucony begleitet hatte, mit einer Truppe sportlicher Menschen aus ganz Europa in Schweden aus zurollen. Mehr zu dem gesamten Event findet ihr auf meinem Blog.

Da stand ich nun, untrainiert, zwischen einer Menge sportlicher Menschen und fragte mich, ob ich der richtige für all das hier sei. 2 Tage Sport und natürlich jede Menge Laufen. Na gut, so 3, 4 Kilometer werde ich schon schaffen. Ich habe sie geschafft, irgendwie. Völlig außer Atem und völlig fertig. Aber ich hatte das irgendwie geschafft. Was mich mich damals unglaublich motiviert hat, war die Gruppe. Ich fühlte mich dazugehörig, und die Stimmung war gut. Der Zusammenhalt noch besser. So machte selbst mir Laufen Spaß. 

Aber das waren nur zwei Tage, was nun. Wenn ich das Laufen fortsetzen wollte, musste ein Ziel her. Irgendwas, auf das ich hinarbeiten konnte. Der Marathon war noch zu ambitioniert, und so wurde es der Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg im Oktober. Da wollte ich sowieso immer mal hoch. Zu Fuß, um Fotos zu machen. ;) 


Das Ziel stand also fest, jetzt musste ich nur noch trainieren. Anfangs lief ich meine, zugegeben kleinen 3-4 Kilometer Runden noch alleine. Doch ich bin in der glücklichen Lage, mit Judith jemanden an meiner Seite zu haben, die das Laufen liebt. Und so liefen wir immer häufiger zusammen. Die Distanzen wurden länger und meine Motivation immer besser. Es hilft ungemein, eine erfahrene Läuferin als Unterstützung zu haben, die einen motiviert, Tipps gibt, Mut zu spricht und Anekdoten erzählen kann, um mich abzulenken. Immer häufiger kam bei mir das Gefühl auf “Oh, es macht ja irgendwie Spaß” und “Ist ja gar nicht so langweilig, wie ich dachte”.

Dann war er da, der große Tag meines ersten offiziellen Wettbewerbs. Der Tag war perfekt, die Sonne strahlte morgens in ihren schönsten Farben, die Temperatur war ideal und meine Laune bestens. Durchkommen und genießen war das Ziel. Dass ich die 12,3 Kilometer Laufen konnte, hatte ich im Training schon getestet, und so hatte ich keinen Druck.

Tack, tack, tack, die ersten Kilometer setzte ich einfach einen Fuß vor den anderen ohne nachzudenken und sog so viel von diesem Lauf-Event in mich auf wie es nur ging. Brücke rauf, Brücke runter, Wendepunkt, Brücke wieder rauf und wieder runter. Es lief einfach an diesem Tag. Die Beine liefen einfach. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd in mich hinein und freute mich. im Ziel wusste ich sofort, dass ich mit dem Lauf- und Wettkampf-Virus endgültig infiziert war. Und noch etwas wurde mir klar. Es macht Spaß. Laufen macht einfach Spaß.

Oliver Bock


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